Wir sind alle im Frühlingsfieber. So landen wir wiedermal im tiefen Dschungel Frankreichs. Meine Kollegen Fido, Sigi, de Gäbu, Manu und Dani sind wieder einmal schneller als ich am Ziel. Aber ich folge ihrem Ruf - dem Ruf des Grossen Offroodi... hi hi!! Er steckt wieder mal im Schlamm fest. So düse ich so schnell es geht gen Westen auf der Autobahn. Ist mein Patrölchen zwar auch gewohnt, tut einem als Herrchen aber ziemlich weh, sein Auto auf eine Autobahn zu vergewaltigen, wenn er sich doch sooooo nach dem Dreck sehnt. Satte 165km!!!! bis nach Ballaigues, wo es über die Grenze Richtung Lac de Saint Point geht. Ich fahre zwischen den beiden Seeteilen auf der D9 bis nach Censeau/ Le Magsin, wo ich auf die D471 treffe. Von da an beginnt das suchen. Ich bin kein Techniker und auch kein Hellseher, aber was sich in der nächten Stunde abspielt ist fies!! Meine Kollegen höre ich schon seit Censeau über Funk und die GPS Koordinaten habe ich schon seit der Grenze. Dass aber die Angaben auf meinem GPS Empfänger von den Angaben von Fido's GPS Gerät um die ca. 200Meter westlich nicht übereinstimmen wissen wir hier aber noch nicht. Bis ich dann endlich ein Typ mit einem Handfunk auf einer Bank antreffe, der fragt:"Suchst du die Offroodies??!!" Es wird dann doch noch ein gemütlicher Abend im Camp auf einer Lichtung im Forêt de Joux.
Gaby mit ihrem grünen Cherokee.... "Das hät gfägt!!!" Ihr Debut als Offroaderin einmal nicht nebendran, sondern mittendrin - hat einwandfrei funktioniert! Wir können auf jeden Fall wieder darauf zählen, das sie uns in den nächsten Reisen begleiten wird mi t ihrem neuen Hobby.
Jiiipiiiii!!!! Ungarn voraus. 1.Tag, Samstag: Natürlich nicht wie erwartet am morgen starten wir erst Nachmittags um etwa halb drei von der Zentralschweiz aus. Im Tankstellenshop/ -Café bei der Ausfahrt Kriessern treffen wir (Fido und Chrummi) auf unsere Kollegen aus dem Ostblock der Schweiz Dani und Manu. Wir schlürfen den letzten schweizer Kaffee und kaufen uns Pickerl für Österreichs Autobahnen, montieren diese auf die Windschutzscheiben und stechen im gestreckten Galopp gen Osten.
Bei Landeck fahren wir auf die A12 bis Wörgl, dann Staatsstrasse 312 bis Waidring, wo unser Campingplatz "Steinplatte" auf uns wartet. Auf diesem Platz waren wir schon als wir von der Slowakei zurückkamen. Ein währschaftes Essen wird im "Stüberl", dem Platzeigenen Restaurant serviert, dazu ein Weisses und die Welt scheint wie immer in Ordnung. Nach so einem Essen kann man sich ins Zelt zurückrollen lassen... Währschaftigkeit sei dank! Jedoch ist es zu dieser Zeit noch "relativ" kalt. Der Platzeigene See hat noch eine Eisschicht und Berge von Schneemassen von der Schneeräumung des Winters. Auf jeden Fall fahren wir gern an diesen Ort und der Platzwirt kennt uns auch immer aufs neue sofort... (na, wieso denn?) "Na ihr sääts - mit'n dreckign Aotos!" Also bis denn auf dem Camping Steinplatte sind fröhliche Offroader immer Willkommen.
2. Tag, Sonntag: Nach einem ausgiebigen und reichhaltigen Frühstück hielt uns nichts mehr und wir waren bereit für die Abenteuer auf Österreichs Autobahnen! … wie z.B. die Kuh auf der Autobahnraststätte der Rosenberger Gruppe bei Ansfelden, die uns so anmotzte, dass ich den Kaffe in der Tankstelle in Pappbecher holen ging. Jedoch war der Typ hinter der Kasse auch nicht sehr motiviert in seinem Dasein... Am heutigen Tag fahren wir um Wien herum und schaffen es immerhin bis zum Neusiedler See. Allerdings, wenn dieser See der See sein sollte, von dem alle schwärmen, dann möchte ich doch nicht baden gehn in dieser =*Brühe. Da der Campingplatz in Podersdorf fast leer war, fanden wir einen schönen Platz fast direkt am *Wasser. Leider wird dieser Ort in unseren Köpfen bleibenden Schaden hinterlassen...
3.Tag, Montag: Einreise nach Ungarn in Pamhagen. Die Zollgebäude sind mit Ketten vermacht und fallen beinahe aus dem Sockel und im übernächsten Dorf Petöhaza fällt der neue Spar Einkaufsladen zwischen alten Bauten fast aus der Rolle. Die Gegensätze könnten nicht auffälliger sein. Ach Entschuldigung - fast vergessen - zwei Kilometer nach der Grenze setzen wir unsere Autos zu ersten mal in Ungarischen Schlamm. Ein "Weg" führt entlang eines Kanals auf ein Feld, auf dem wir erst mal Spuggy scheissen und den Rehen hinterherrennen lassen und wir schon mal was futtern. Fängt ja gut an mit dem Dreck hier... Danach - allgemeine Richtung Papa und in Csapod genehmigen wir uns den ersten Ungarischen Kaffe für umgerechnet Fr.1.50!! Bezahlen kann man hier in Euro. Retourgeld gibts natürlich in Ungarischen Forint und der Umrechnungskurs ist in Cirka. Ob dies überall in Ungarn so gehandhabt wird, stellt sich dann noch heraus. Während der Weiterfahrt über die holperigen Nebenstrassen Ungarns kreuzen unser Weg plötzlich eine Horde Hirsche - minimum 40Stück - von rechts kommend, über die Strasse nach links galoppierend, über die Felder in den nächsten Wald. Hinterlassen eine Staubwolke und offen Mäuler (unsere...)!! Und dann, liebe Offroad Freunde gehts los! Auf dem Weg nach Veszprem - und eigentlich auf der Suche nach einem PTS, geraten wir an Offroad Fährten. In der nähe der Stadt Veszprem ist die Landschaft schon sehr einladend zum Offoaden - das heisst; die Felder sind nicht bewirtschaftet und dürr. Niedrige Büsche zieren die Steppe. Flache Hügel, weite Wälder laden ein, mal quer zu fahren. Auf der Suche nach einem PTS finden wir dann in einem kleinen Tal eine Lichtung mit zwei, drei Feuerstellen - jedoch ist in der Nähe eine Stadt (Veszprem) und plötzlich tauchen auch schon die ersten Einheimischen auf Rädern auf, die unser Tun beobachten. Das gefällt uns gar nicht und wir entscheiden uns zur Weiterfahrt. Man muss die Roma's und die Sinti's immer ein bisschen im Auge behalten. Meistens hausen sie in alten Baracken oder verlotterten Häusern am Stadtrand oder ausserhalb der Städte. Man erkennt sie an der dunkelhäutigen Haut und haben Gesichtszüge eines Indio. Bis zum Balaton, der nicht mehr sehr weit entfernt ist, müssen wir jedoch fahren, bis die ersten Plätze erst kommen. Der Tag ist schon am eindämmern. Die Plätze haben im April meistens noch geschlossen und machen erst anfang Mai die Tore wieder auf. Per Zufall treffen wir in Balatonakarattya auf einen Platz am See, deren Arbeiter uns hineinlässt, umgerechnet Fr. 3.- pro Kopf abrechnet und uns sogar die Dusche noch bereitstellt - auf einem geschlossenem Platz!
4.Tag, Dienstag: Auf der Suche nach einem zuvor im Internet recherchierten Offroadgelände in Somogybadod, fahren wir süd-westlich von Balatonkiliti über sehr schöne Landstriche, an Feldern und Äckern entlang, über Hügel und durch Wälder - einfach der Nase nach und je nach dem was der GPS Empfänger für eine Richtung anzeigt. Grossartige Weiten tun sich auf, die flachen Hügel gesäumt mit Wälder und Weiden sind natürlich auch der Ort an dem sich die Hirsche befinden. Und schon kreuzen sie unser Weg erneut. Diesmal habe ich die Fotokamera nicht so schnell ausgebackt, dass ich noch einen erwischen könnte. Die Landschaft südlich des Balatonsees sind wirklich empfehlenswert für Light-Offroader. Hier kommt man weit, ohne den Asphalt zu berühren. Bis nach Somogybadod kommen wir heute nicht mehr. Unser PTS liegt auf einer Anhöhe Nord-Westlich von Karad an einem Waldrand.
5.Tag, Mittwoch: Von unserem PTS fahren wir weiter über die Felder, die Kompassnadel einfach gen Westen gerichtet. Wir kommen dem oben genannten Offroadgelände näher und fahren schlussendlich fast an ihm vorbei. Unscheinbar im Wald am Waldrand versteckt sehen wir ausgefahrene Löcher, eine mit Schilf bewachsene Grube und ein langsam fliessendes Gewässer, das durch das ganze Gelände fliesst und es bewässert. Ja, nun - zwei Stunden vergehen sicher, ohne dass uns auffällt, dass es immer später wird. Hier brauchen wir auf jeden Fall unsere Ausrüstung, die wir dabei haben. Von der Schaufel über die Sandbleche bis zur Seilwinde. Das volle Programm. Vom Gelände aus sieht man richtung Osten gerade zum Dorf runter an die eingangs liegende Tankstelle. Dort werden wir jetzt noch schnell unsere Tänke füllen und dann - heute haben wir noch ein Ziel vor uns. Dömsöd, südlich Budapest und östlich von der Donau gelegen - dort haben wir mit Sigi abgemacht. Also nach dieser Schlammerei (wir werden ende Ferien nochmals beim Gelände in Somogybadod vorbeischaun) brettern wir wieder auf Asphalt - Richtung Osten. Dann endlich die Donau. Die blaue Donau? Falsch!!!!! Die braune Donau... In Adony am westlichen Ufer werden wir mit einer Fähre auf die andere Seite nach Lóréf übersetzen. Die Überfahrt kostet 1000HFT (800HFT für's Auto und 200HFT für die Person) - umgerechnet etwa Fr.5.40. Wenn das Teil, auf das wir jetzt gerade draufgefahren sind auch wirklich schwimmt, dann bin ich glücklich!! Und wenn wir drüben angekommen sind - überglücklich!!
6.Tag, Donnerstag: Am Vormittag Einkaufsbummel im Lidl bei Ráckeve und in einem Eisenwarenladen. Dann am späteren Nachmittag gehts noch ein bisschen auf die Felder östlich von Dömsöd. Die Apaj-Puszta wartet. Puszta=Steppe. Südlich von Kunszentmiklós landen wir plötzlich auf einer Ebene, die sich Steppenänlich ausbreitet und von Dürrem Gras und zwischendurch von Nass- sumpfig ähnlichem Gewächse bewachsen ist. Wir fahren mal quer durch. Scheint fester Boden zu sein - ist noch keiner abgesoffen! Also fahren wir weiter. Schliesslich kommen wir wieder auf einen Weg und später wieder auf die Strasse. Noch weiter südlich Richtung Bösztör stechen wir wieder in die Steppe hinaus, fahren an Schilfähnlichem Gewächse vorbei bis wir schliesslich vor einer Tafel stehen, auf der "Nemzeti Park" steht - das so viel heisst wie "National Park". Soviel steht fest; Wir sind danach in den gleichen Spuren zurück zur Hauptstrasse gefahren, wie wir reingefahren sind... Man merke: Kultiviertes Land gehört den Bauern, nicht Kultiviertes Land dem Staat - besser gesagt ist dieses Gebiet dann eben Nationalpark.
7.Tag, Freitag: Wir fahren zuerst Richtung Süden bis Solt, dann Südwesten durch Kiskörös und irgendwann werden wir die Richtung Nordosten einschlagen bis Csongrád. Jedoch der Tag heute lässt mich leider nichts Besonderes berichten, denn in diese Richtung fahren wir unserem Vorhaben davon. Die Bevölkerungsdichte nimmt zu, das heisst auch ausserhalb der Städte sind vermehrt Armen-Siedlungen anzutreffen. Die Leute werden einem eher nichts tun, aber zum Übernachten im „Freier Wildbahn“ ist dieser Umstand eher nicht ideal. Auch die Felder sind hier mehr bestellt als im Osten des Landes. Nordwestlich von Csongrád finden wir schlussendlich einen geeigneten Platz zwischen Baumplantage und einem Acker für unsere Übernachtung. Wie schon erwähnt, hat es hier in der Gegend überall Siedlungen – und in diesen Siedlungen hat es Hunde, die in der Nacht frei herum laufen und mit Spuggy und Chiara ein Gebell-Chor bilden…
8.Tag, Samstag: Der morgen weckt uns mit Sonne, ein bisschen Wind aber schön warm. Scheinbar gehört der soeben angesprochene Wind zu Inventar Ungarns – kein Tag ohne. Jedoch ein bisschen lästig beim Morgenessen. Kurz nach der Abfahrt von unserem PTS verabschieden wir Manu. Er fährt heute nach Hause – arbeiten. Viel Vergnügen!! Wir suchen nun die Grosse Puszta, da wir die kleine am Donnerstag kennen gelernt haben. Sie liegt Nordöstlich von hier und wir fahren über Tiszaföldvár, Törökszentmikós und Kunmadras. Zwar wissen wir, dass da kein Millimeter der Steppe für uns Reserviert ist, fahren aber trotzdem hin weil dies eben dann der Kulturelle Teil unserer Offroad Reise sein wird. Ein kurzer Kaffeehalt ohne Toilette (weil diese eben nicht sehr sauber ist…) und danach noch ein Tankstopp (diesmal mit Toilette…) müssten reichen. Nach etwa 150km Asphalt erreichen wir endlich den Hortobágy Nationalpark bei Nagyván. Der Park hat eine zusammenhängende Grösse von ca. 82000 Hektaren und wurde 1999 in das Welterbe aufgenommen. Somit bleiben unsere Dieselkraftfahrzeuge draussen. Von Nagyván fahren wir direkt dem Park entlang Richtung Norden. Man sollte die Verbote jedoch beachten und draussen bleiben – man weiss nie was passiert, wenn man beim „achern“ erwischt wird. Hier sind wir schliesslich im Ostblock und von uns spricht keiner so gut Ungarisch, dass man sich verteidigen könnten! So überqueren wir auf Asphalt zwischen dem Schilf versteckte Seen, fotografieren die typischen Ziehbrunnen der Puszta und begucken die Bauernhöfe und Lehmhütten mit den Strohdächern. So brettern wir um den grossen Park herum bis nach Karcag und übernachten dort auf einem Campingplatz am Stadtrand mit angebautem Heilbad, da diese Campingplätze mit warmer Quelle wie angesprochen die einzigen sind, die zu dieser Zeit offen haben.
9.Tag, Sonntag: Heute wird noch einmal Puszta Offroad Geschichte geschrieben; nach einem ausgiebigen und gemütlichen Morgenessen – das Wetter ist natürlich wieder herrlich! – fahren wir von Karcag aus wieder gen Südwesten Richtung Túrkeve. Irgendwo auf der Strecke zwischen Kisújzállás und Túrkeve biegen wir nach rechts in ein Feldweg ein. Ein Weg folgt dem anderen – der einte eher zum schnell fahren, der andere eher in gemächlicherem Tempo. Die meisten sind dem Wetter zufolge sehr trocken und daher staubt es hinter den Fahrzeugen sehr, dass wir mit z.T. grossem Abstand zueinander fahren. Diverse Wasserkanäle durchqueren die Flächen. Über diese Kanäle ist es ohne Brücke schwierig, sie zu überqueren. So gelangen wir nach einigen Feldwegen und teils Asphaltstrassen (…die übrigens manchmal schlimmer zu befahren sind als die Feldwege!!) nach Képtó. Von dort in Süd- Südwestlicher Richtung kommt Mezönék. Nach kurzer Fahrt auf Asphalt in Westlicher Richtung gelangen wir wieder an einen Kanal, nachdem wir links einbiegen und dem Kanal auf dem Damm in Südlicher Richtung entlang fahren. Am Ende des Damms fliesst der Fluss „Körös“, der umgeben ist von einem „Nemzeti Park“, d.h. also Abstand halten. Wir kommen vor Kungyalo wieder auf die Strasse und fahren bis Cserkeszölö, wo es erst mal Kaffee für die Seele und Diesel für den Wagen gibt. Danach starten wir durch bis Kiskunfélegyháza am alten Staatsgefängnis vorbei wir in Majsafürdö einen Campingplatz finden. Genau! Und einem Thermalbad… und einem Haufen Schwaben!! Sehr elegant stellen wir unsere Geländer (vor lauter Dreck sieht man kaum zur Seitenscheibe raus…) inmitten sauber polierten Campingwagen und Caravans auf und machen Pizza!
10.Tag, Montag: Beim Morgenessen windet es uns fast von den Hockern!! Die Bockwürste (muss nicht heissen, dass alle so sind…) um uns herum gingen uns sowieso auf den Wecker – so kam es, dass wir kurz nach 10Uhr wieder auf der Piste standen! Nach unserem Kaffeehalt in Kiskunmajsa fahren wir über Kiskunhalas Richtung Kecel. Etwa 2km ausserhalb der Häuser biegen wir links Richtung SW weg, zuerst in einen Feldweg, dann führt die Strasse in einen Kiefernwald der uns etwa 35km bei sich behält! Die Wege im Wald sind mit weissem Sand bedeckt, aber immer gut befahrbar. Zwischen bestehendem Wald und Neubepflanzung führen die Wege kreuz und quer durch den Wald. Ein Eldorado für light Offroad Weg-Fetischisten! Den Weg verlassen ist eher nicht angesagt, denn an den verlockenden Lichtungen die gerodet wurden – und aussehen wie Sandflächen in der Sahara – sind mit Jungbäumen bestückt. Somit beschränken wir unsere fahrerische Tätigkeit auf die Sandwege. Die Waldfahrt endet in Császátöltés. Cirka 15km westlich liegt Faisz und von da aus sollte eigentlich eine Fähre die Donau überqueren. Leider ein Irrtum. Der Fährbetrieb ist eingestellt. Grund dafür finden wir etwa 5km südlich von Faisz; eine Schnellstrasse, die M9, verbindet die beiden Ufer. Jedoch bräuchte es für die Überfahrt eine Matrica (Vignette oder Pickerl auf Ungarisch) wie sie für die Autobahn auch gebraucht wird. Ja, wir fahren über die Brücke – ohne Dings an der Scheibe. Heute lassen wir es uns auf einem unbebauten Acker in der Nähe von Tolna nieder. Ich hoffte nur, dass es nicht zu regnen beginnt, denn dann hätten wir die Scheisse perfekt – mitten auf dem Acker!
11.Tag, Dienstag: Zum Glück blieb es diese Nacht trocken. Schon nur wegen dem Morgenessen. Rumtrampeln im Acker am Morgen früh ist nicht meine Sache. In Tolna füllen wir unsere Wassertänke auf für die Dusche. An blauen Säulen am Strassenrand kommt Wasser raus. Ob das nun trinkbar ist oder nicht, wissen wir nicht. Ich habe Trinkwasser immer in grossen Flaschen im Supermarkt gekauft und in den Kanister abgefüllt. Da kostet die Flasche gerade mal HUF 95.- (umgerechnet Fr. 0.51).Heute machen wir uns mal auf die Suche nach einem Schloss. Eines, das auf der Karte eingezeichnet ist. Nicht, dass uns so was interessieren würde – nur dass wir mal eines gesehen haben. Aber unser Schloss, das wir angepeilt haben (in Högyész), hat sich mittlerweile in ein Schlosshotel der vornehmen Art entwickelt. So entschliessen sich die drei Offroadis der Weiterfahrt. Weiter auf der Nebenstrasse Richtung Dombóvár biegen wir nach Dúsz in den link an der Strasse angrenzenden Wald hinein, fahren eine kleine Serpentine hoch und fahren dem Bergrücken auf Waldwegen Richtung Süden ab. Dieser Weg ist nicht besonders Spektakulär. Bei Regen jedoch umso mehr. Zum Teil führt uns der Weg an einer Absperrung entlang, bei der ich eigentlich nicht wissen möchte, was dahinter ist. Übersetzt steht da nämlich auf einem Schild u.a. „Lebensgefahr“. Später kommen wir nach Merkéyes. Hier machen wir ausserhalb auf einem Feldweg mal Pause. Nach noch einer Pause mit Kaffee und Diesel betanken führt die Strasse nach Dombóvár, wo wir in einem Autozubehörladen ein bisschen kramen… Das muss auch sein, wenn das Zeug schon so günstig ist! In Igal befindet sich laut Karte ein Thermalbad – und somit auch ein Campingplatz, der offen hat. Jedoch müssen wir für dieses Vorhaben wieder etwa 40km abspulen. Also los!!
12.Tag, Mittwoch: Igal liegt im Süden Somogybadod – die Ortschaft mit dem Offroadgelände. Es liegt also nah, in diese Richtung aufzubrechen. Das Gelände ist viel grösser, als wir beim ersten Besuch annahmen. Der ganze Park auskundschaften dauert eine ganze Weile. Genau genommen den ganzen Nachmittag! Man kann das Gelände ein bisschen mit Rochepaule vergleichen, ausser dass es nicht in einen Berghang gebaut ist. Es befindet sich auf der östlichen Talseite und ist von der Tankstelle des Dorfes aus zu erkennen. Wenn man am Waldrand Richtung Norden ca. 400m weiterfährt, trifft man auf den zweiten Teil des Parks. Er ist mehrheitlich im Wald versteckt und so vermute ich, treffen die beiden Teile irgendwo im Wald zusammen. So weit haben wir es aber nicht gebracht, alle Wege abzufahren. Das währe ja abgefahren…! Im vorderen Teil des Parks verläuft ein kleines Gewässer quer durch eine Grube und bewässert diverse Löcher im Park – so dass alles schön sumpfig wird und auch so bleibt. Hier geschah es auch – das unfassbare. Ich habe doch tatsächlich vergessen, die Vorderradnaben einzuklinken, so dass ich im hinteren Teil nur mit Zweiradantrieb unterwegs war. Da staunt der Leihe, was dieser Patrol alles kann! Hie und da musste ich doch zur Quersperre greifen, wenn die Hinterräder den Grip verloren haben. Nun ist es also aufgeflogen – ich stecke im Sumpf fest und Fido ruft mir zu; “Schalt mal den Allrad ein!!!“ Fazit des Parks: Relativ gross mit etwa 2-3km², die Pisten sind ausgefahren aber dennoch zum teil recht anspruchsvoll. Bei Nässe jedoch wird das ganze sicher zum Spektakel!!
Ein paar Impressionen des Parks:
Auf der anderen Talseite befindet sich ein Anbieter von Camping und Jeep Safari auf seinem Privatgelände. Er gibt 16km Piste an und verlangt für das Befahren natürlich auch ein bisschen Kohle. Nicht viel, aber wir haben auch so ein bisschen Offroad gehabt die letzten zwei Wochen. Das Camp ist etwa 5km ausserhalb des Dorfes und am Schluss auf nicht sehr schnellen Strassen erreichbar. Die Übernachtung würde zwar nur HUF 2000.- für alle machen, jedoch nicht so ganz geheuer scheint uns das hier und fahren nach Balatonlelle, wo wir ein Riesencamping fast für uns alleine finden. Und noch jemand haben wir gefunden; den Regen! Am Abend regnet es doch tatsächlich wie aus Kübeln, unaufhörlich. Wir bauen unsere Zeltstadt auf und sitzen so schön am trockenen. Ich versuche mich heute auch noch als Risotto Koch. Leider ohne Zwiebeln, das belastet mich heute noch!!
13.Tag, Donnerstag: Der Regen legt sich in der Nacht und wir liegen ebenso bis spät in den Morgen hinein! Ein Bombastisches Morgenessen und ein kleiner Spaziergang verzögern die Abreise ein bisschen. Hier noch kurz meine Meinung zum Balaton- See: Nicht empfehlenswert, nur zum dran vorbeifahren oder den Wagen waschen! Das Wasser ist eine Kloake – man sieht bestimmt keine 20cm weit in die Tiefe!! Nach ein paar Kilometern Fahrt stoppen wir an einem Spar und kaufen das letzte Mal ein. Paprikawurst kaufen. Und wieder ein paar Kilometer mehr – der Kaffeehalt! Mit irgendeiner klebrigen Torte als Beilage zum Getränk. Süss, wie alles hier in Ungarn – man kriegt das Teil kaum über die Zunge in den Schlund…Am Südwestlichen Ende des Balaton fahren wir Richtung Sarmellék, Zalapáti und stechen da zwei, drei mal in die Feld- und Waldwege hinaus. Frischer Moder überall. Verlockend. Zirka 5km vor der Verzweigung auf die Fernverkehrsstrasse 74 biegen wir recht ab und fahren einen Pfützenweg entlang. Die Pfützen sind jedoch zum Teil Radtief! Ein schönes Wasserspiel – jetzt noch! Astrein. Danach jedoch – biegt der Weg links in den Wald ab und der Weg führt eine kleine, etwa 50m lange Böschung steil hinunter. Und schon merkt man beim runterfahren, dass der Wagen an Halt verliert. Die Hinteren Räder brechen aus. Ich gebe wieder ein bisschen Gas und schiesse den Abhang hinunter. Wenn wir hier wieder hinauf müssen, haben wir eventuell ein kleines Problem… Danach steigt es wieder leicht an und die Fahrspur führt einem Gehege entlang bis der Weg links in den Wald hinein biegt. Ich folge den morastigen Rufen und biege nach links. Ich gebe Gas. Fahrspuren zum Teil so tief wie meine BF Goodrich hoch sind!! Der ganze Weg ist sehr matschig und der Untergrund ist doch noch recht intakt, weil es noch nicht lange Regnet. Jedoch fängt es eben mit letzterem an. Bis der Weg ganz vorne eine Rechtskurve macht, sind es bestimmt etwa 200m. Ich gebe immer noch Gas und hoffe insgeheim, dass ich die Strecke bis ganz nach vorne schaffe. Doch vor mir werden nun zwei etwa 15x15Meter grosse Wasseransammlungen sichtbar, die die ganze breite der Piste einnehmen. Ich versuche noch links im Wald stehen zu bleiben, jedoch schaffe ich es nicht mehr aus der Spur heraus und bleibe im Matsch stehen. Besser, als mitten in so einem See! Retourgang. Nichts geht mehr. Es beginnt noch mehr zu regnen und ich lege ein paar besinnliche Worte wie: „Also weiterfahren geht hier nicht mehr! Ich stecke fest!“ in den Funk, nehme meinen Hut und ziehe die Regenjacke an und stampfe zu Dani, der gleich hinter mir steht. Fido ist mit seinem Anhängerzug am Anfang des Weges stehen geblieben und versucht (mit allen heiligen) nun zu wenden… Ich packe das Seil, das unten aus der Pajerostosstange ragt, ziehe es bis zum Patrol und dann kann’s losgehen mit rauszerren. Irgendwie haben wir es dann doch geschafft, wieder aus diesem Sumpf raus zu fahren und unter den Bäumen erstmal noch mehr Luft ab zu lassen aus unseren Pneu’s. Denn er kommt erst noch. Unser Steilhang. Der Regen ist unterdessen ein bisschen stärker geworden. Ich fahre zuerst hinauf. Mit Anlauf, im 3.Gang in der Untersetzung mit Vollgas! Geschafft. Der nächste ist Fido. Wenn er hängen bleibt, haben wir ein Problem. Aber Fido und Sigi und zuletzt Dani haben es geschafft. Zurück an der Strassenmündung werden die Pneu’s wieder auf über 2Bar gepumpt. Ein Förster kommt Hallo sagen. Ich verstehe ja kein Ungarisch, aber der Mann will den Weg fahren, den wir jetzt gerade bestritten haben. Eventuell gibt’s jetzt Ärger? Wir wollen es nicht so genau wissen und verziehen uns von hier und fliegen einem Camping entgegen. Mittlerweile ist es ja schon fast der 1.Mai und somit sollten langsam aber sicher auch die Campingplätze offen haben. Wir finden einen Nördlich von Zalaegerszeg. Sieht schön aus hier. Es wir unser letzter in Ungarn sein. Ich finde, heute haben wir schon ein bisschen früher Ruhe verdient. Gute Nacht.
14.Tag, Freitag: Fido’s Geburtstag. Wie immer zuerst ein deftiges Frühstück, dann ein Geburtstagstörtchen vom Spar – abgefahrene Sache!! So lässt es sich leben. Mitten im Schlamm mit Torte in den Mundwinkeln… Um etwa halb zwölf fahren wir los und steuern den Grenzübergang Heiligenkreuz in Mittelwest Ungarn an. Ein letzter Kaffee, ein trockenes „Tschau Moder“ und schon sind wir wieder im sauberen und anständigen Österreich und blochen die schon bald (…aber zuerst kommt noch Poppendorf!!...) auf der A2 Richtung Graz. Dann weiter die A9 bis nach Liezen. Der Gleinalmtunnel ist Kostenpflichtig und zahlen pro Fahrzeug € 7.50. Durch das Oberennstal ist die Verkehrsfrequenz enorm gestiegen. So viele Autos sahen wir in Ganz Ungarn nie. Die Skisport orte wie Schladming sind jedoch fast wie ausgestorben. Weiter geht’s auf der A10 bis nach Salzburg, über Bad Reichenhall, dem deutschen Zipfel auf unserer Reise durch Österreich, bis nach Waidring. Hier steht er. Unser Camping Steinplatte mit dem schönen Platzeigenen See. In der legt ein heftiges Gewitter los und ich „geniesse“ das Donnergrollen. Denn das gab es in Ungarn nie! Wir feiern Fidos Geburtstag in der Campingbeiz bei einem herzhaften Tiroler Znacht.
Leider bleibt nun noch der 15.Tag als Schluss. Die Heimfahrt. Und die ist wirklich nicht mehr besonders. Es regnet, wir sehen zu wie unsere Wagen wieder sauber werden... Ungarn war für uns gelungene Ferien. Was es braucht, um diese Tour nachzufahren ist einfach; Eine Ungarnkarte Massstab 1:400'000 reicht vollkommen als übersicht. GPS als Hilfsgerät und ein bisschen Fantasie, Entdeckergeist und Mut gehören dazu und dann kann nichts mehr schief gehen in Ungarn. Mehr Bilder siehe Fotoalbum
Zehn Jahre Offroad - ist nicht eine lange Zeit, jedoch wurde schon viel geredet über diese Insel im Mittelmeer. Und ich war noch nie da! Bis diesen Spätsommer mitte September. Die meisten Touristen sind zuhause. Die Fähre, die Strände, die Hotels und Campingplätze sind halb bis fast ganz leer oder geschlossen. Die Temperatur ist gerade richtig für mich - bis max. 25°C!! Die Wassertemperatur ist angenehm aber nicht kühl. Einfach Super für einen, der Menschenmengen meidet!! Ja natürlich! Soviel Info vorweg. Ich habe mich ein bisschen auf die Reise vorbereitet und bin währenddessen auf eine Roadbook Homepage gestossen, die es offenbar noch nicht sehr lange gibt. Denn die Seite wird fortwährend weitergebaut - wie meine - so sind zur Zeit Roadbooks über Korsika und Polen aufgeschaltet. Sofort bestellen. Mit diesen zwei Skripts beging ich mich auf die sehnsüchtige Reise. Noch ein bisschen Badestrand dieses Jahr schadet sicher nicht... Aber auch Offroadeinlagen stehen an!!
Korsika ist nicht sehr weit entfernt von der Schweiz und ist locker in einem Tag und einer Nacht (mit dem gelben Dampfer) zu erreichen. Allerdings ist die verladerei auf diese Potte eine sehr Nervenaufreibende Sache - man will ja schliesslich in die Ferien und sich nicht die Beine wundstehen. Aber es lohnt sich auf jeden Fall! Wenn man auf die Karte schaut und Korsika sucht, findet man diese mit blauem Nass umgeben im Mittelmeer. Eine Insel. Genau. Und eine Insel bringt auch immer - ab und zu mal - gelegentlich - nicht immer - aber oft - feuchtes Wetter!! Wir geniessen die Regenschauer jeden Tag. Wäre ja gelacht, wenn es mal nicht regnen würde beim Zeltaufbau. Bei der abendlichen Fütterung sitzen wir aber immer im trockenen - dank meiner, mit Löchern versetzte, etwa 10Jahre alte Plastikblache. Also das mit dem Nass von oben jeden Abend war kein Scherz! Mit dem muss man rechnen. Mit was man auch rechnen muss - als Schweizer zumindest - ist das günstige Fleisch in Frankreich!! Lecker! Also die "Filet Mignon Zeit" ist angebrochen und wir stürzen uns in den Läden auf die Fleischtheke, die länger nicht sein könnte... und Joghurts und Desserts bis zum abwinken... Hier fühle ich mich immer wie im Schlaraffenland der Rundranzigen Nimmersatte. (Fr)essen bis der Dachzeltboden durchfällt! (Während der Dichter diesen Text schreibt, sitzt er zuhause im Dunklen Kämmerlein und knabbert an einem Vollkornknäke und sein Magen beginnnt zu knurren, als hätte seit einer Woche nichts mehr gegessen... - so nebenbei) Also Leute! Auf nach Korsika. Hier ist alles kein Problemo! Wildcampen verboten, aber kein Problemo. Einfach aufpassen, mit Feuer machen in der Wildnis. Die Büsche oder Halbwälder, oder wie man das Holz hier neben der Strasse hier nennt, ist ziehmlich trocken. Auf dieser Insel gibt es Gebirgsstrassen und -dörfer, Buschstrassen, verlassene Strände mit Türkis Meer, Touristenstädte -dörfer mit hübschen Kaffees, Steppen zum durchoffroaden - einfach alles was das Offroader Herz höher schlagen lässt. Wer mehr über die Insel erfahren möchte, liest sich auf der Korsika - Hompage mal durch! Schöne Reise!!
Sizilien - Das Land der ebenen Fahrwege... Uns solls recht sein. Wir suchen solche Situationen! Gräben wie diese sollen es sein. Allerdings sehen wir auf diesem Bild sehr viel Asphalt - eine zwei Stockwerke Strasse - eine gelungene Überraschung der Sizilianer für uns! Scherz beiseite. Es ist wirklich jämmerlich, wie der Staat Italien mit seinen Gebäulichkeiten und dem Abfall umgeht. Obszön liegen die Abfallberge an den Strassenrändern. Die Mülltonnen - die die sich unter den Hügeln aus Sperrmüll, Hauskehrricht, Schrott und sonstigem Gelump verstecken - sieht man kaum. Diese Behälter braucht es hier gar nicht. Wahrscheinlich werden sie mit grossen Schaufelbaggern mitsamt dem ganzen Dreck einmal im Jahr abgetragen. So zeigt sich uns das Land des Sommerurlaubes Italiens von seiner ziehmlich schlechten Seite. Einladend für alle Gäste, die hierher pilgern ist dies sicher nicht. Oh, entschuldigt, liebe Sizilianer, ich wollte euch mit diesem Bericht nicht "in den Dreck ziehen". Aber es fällt mir jetzt sehr leicht wieder ein, was wir vor fast einem Jahr auf dieser Insel erlebt und als erstes entdeckt haben. Nein, als erstes haben wir das städtliche Verkehrskaos entdeckt und hautnah miterlebt. Da kann man sich keinen ausgefransten Nerv leisten. Kurz gesagt; Leute, die mit drückender Blase und einer Tüte Milch in der Migi an der Kasse als dritter hinter zweien Grossfamilienmüttern mit hoch überfülltem Einkaufswagen anstehen - und in Ruhe auf dem IPhone ein Sudoku lösen... Genau DER ist der Tüüp Mensch, der ohne Nervenzusammenbruch mit dem Auto durch das Getümmel der sizilianischen Hauptstadt Palermo fahren kann. Was wir suchen, ist natürlich die Ruhe der Natur Sizilien. Mit unseren rauchenden Patrols passen wir nach dieser ersten Entdeckung nicht schlecht auf die Insel. Kein schlechtes Gewissen plagt uns, wenn die kleinen schwarzen Russpartikelchen hinten aus dem feissen Puff Puff hinaus in die schöne Inselluft geschleudert werden. Nein, es erfüllt uns mit purer Zufriedenheit. Teuscher & Co. sollten also auf Italien Tournee gehen und sich mal so richtig abgedroschen fühlen. Denn man könnte meinen, unsere Politiker wären blind vor dem Grün in der Schweiz. Besser im Ausland anfangen mit dem Aufräumen. STOPP Polittalk! Hier gehts weiter: Sizilien am äussersten Zipfel im Nordwesten der Insel. Hier liegt das Dorf San Vito Lo Capo mit seinem eindrücklichen Hausberg Monte Monaco.